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VZ Die kaiserliche Chronik
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Die Kaiserliche Chronik


Abschied

Baltimore 16.12.2003 04:22:34
„Es ist nun alles vorbereitet, mein Kaiser. Ihr werdet erwartet.“
Mit diesen Worten betrat General Kindahl die kaiserlichen Gemächer, in die sich der Kaiser für einen Augenblick der Ruhe zurückgezogen hatte. Im ganzen Palast herrschte schon seit Monaten ein geschäftiges Treiben und in den letzten Wochen wurde es auch in den privaten Gemächern des Kaisers zunehmend schwerer, für einen Moment ungestört zu verweilen. Müde gab der Kaiser seinem Kammerdiener ein Handzeichen, der sich darauf ins Nebenzimmer begab, um die feierlichen Gewänder zu holen.

„Nehmt euch doch einen Schluck zu trinken und setzt euch ein wenig“, wandte der Kaiser seine Worte an Kindahl. „Mir scheint ihr könnt auch eine Pause vertragen.“ Amüsiert schaute der Kaiser Kindahl zu, wie dieser sich einen Schluck Wein eingoss, aber den bequemen Sessel mied, der gleich neben der verzierten Bar stand.
„Es war notwendig einige zusätzliche Truppen in die Wüste zu verlegen, um die Transportwege zu sichern. Das Wüstenwetter sorgt immer wieder für Koordinations- und Kommunikationsschwierigkeiten“, ergriff nun der General das Wort. In einem Zug trank er sein halbvolles Glass Wein und atmete danach einmal schwer durch. Der Kammerdiener war inzwischen mit den Gewändern zurückgehrt und half dem Kaiser beim Überziehen der dunkelblauen, mit feinem Gold verzierten Uniform. „Eine Abweichung vom festgelegten Zeitplan wird es aber nicht geben. Die meisten der Süd- und Nordprovinzen wurden schon komplett umgesiedelt und die Transporter aus dem Osten sind bereits unterwegs.“

Der Kaiser lauschte dem kurzen Bericht des Generals, knöpfte sich unterdessen einen letzten Knopf zu und begab sich in Richtung der Gemachstüren. Auf dem Gang setzte Kindahl seine Berichtserstattung fort: „Die Umsiedlung der Bevölkerung der ReS verlief fast völlig ohne größere Schwierigkeiten. Bei der riesigen Anzahl an Transportvehikeln ist das auch nicht verwunderlich. Es wurden einige tausend der Transporter kurzfristig zu Notunterkünften umfunktioniert, da es zeitweise Engpässe bei der Zuweisung der neuen Quartiere gab.“

Während Kindahl sprach, ließ der Kaiser seinen Blick durch die langläufigen Korridore und hohen Hallen schweifen, die sie auf dem Weg zum Palastbalkon durchquerten. Fast alle der zahlreichen Teppiche, Gemälde und Vitrinen wurden bereits verpackt und abtransportiert und das kalte Gefühl der Leere wurde zusätzlich durch die hellen Flecken an den Wänden verstärkt, die nach dem Abhängen der Wandteppiche und Malereien sichtbar wurden. Wie durch einen unsichtbaren Keil teilten sich die Menschenmassen, die hektisch von Raum zu Raum eilten, als der Kaiser den Gang entlang schritt. Die meisten waren damit beschäftigt, Gegenstände zu verpacken oder abzutransportieren und andere wiederum saßen noch in ihren Büroräumen und kämpften mit einem Sturm von Formularen und kurzfristigen Sondergenehmigungen. Einige Korridore weiter kamen schließlich die beiden massiven, stahlbeschlagenen Schwingtüren in Sicht, die in einer pompösen Festhalle mündeten, die wiederum eine breite Fensterfront und den Zugang zum Palastbalkon bot.
Neben zahlreichen Offizieren waren Abgeordnete und Gesandte sämtlicher Institutionen des Kaiserreichs und der ReS anwesend. Mitten unter ihnen stand der Erbe des Patriziers und lauschte dem Bericht eines Boten, während die anderen Anwesenden einen respektvollen Abstand zu ihm einhielten. Auch in den Nischen am Hallenrand herrschte ein geschäftiges Treiben. Dort waren die Techniker mit der Kontrolle der Aufzeichnungs- und Übertagungsinstallationen beschäftigt, die für diesen Anlass provisorisch aufgebaut wurden.

Bevor der Kaiser die Halle betrat, ertönte ein dumpfer, schwerer Gong und den Anwesenden wurde sein Erscheinen angekündigt. Als sich schließlich die beiden schweren Torflügel geräuschlos vor ihm öffneten, wurde er mit einem lauten Applaus empfangen. Beim Eintreten konnte er sich ein Lächeln nicht verkneifen, da er an Kindahl denken musste, der jetzt wohl lieber in der Wüste Dust wäre, um die Vorbereitungen zu überwachen. Ohne große Umschweife ging der Kaiser auf den Erben des Patriziers zu, um diesen zu begrüßen und einige Worte mit ihm zu wechseln.

Und schließlich war es soweit. Als der Kaiser auf den Balkon des Palastes trat wurde er von dem Jubel zehntausender Bürger der Zensunni und der ReS empfangen. Auf dem Palastplatz wogte die Menge wie ein riesiges Meer aus tausenden Farben und Tönen. An den Fassaden der weit entfernten Häuserreihen wurden Leinwände und Lautsprecher angebracht, damit auch die Hintersten die Worte des Kaiser vernehmen konnten. Während die Fanfaren verstummten schritt der Kaiser zum Balkongeländer und winkte der Menge mit erhobenen Händen zu. Als er die Arme langsam sinken ließ, nahm auch die Lautstärke des Jubels langsam ab und war nach einigen Minuten nur noch kaum wahrnehmbar.
Die Zensunni warteten auf die Worte des Mahdi.

„Bürger des Reiches! Bürger der ReS!“, hallten die Worte des Kaisers über den Palastplatz und setzten sich, getragen durch unzählige Lautsprecher und Übertragungsgeräte, in den Strassen und Gassen der größten Stadt der Welt fort.
„Es ist lange her, seit die Zensunni seit der großen Katastrophe den schützenden Bunker verlassen und den Aufbau eines neuen glorreichen Reiches und einer neuen Heimat begonnen haben. Unzählige Errungenschaften brachte das Kaiserreich seit jenen Tagen hervor und länger als jede andere Nation dieser Welt bildeten die Zensunni die Krönung der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Zivilisationen, die unsere Erde je gesehen hat.“
„Sowohl kriegerische als auch wirtschaftliche Herausforderungen konnten das Reich auf dem Weg zum Aufstieg nicht stoppen. Mit knapp fünfzig terraformten Provinzen schenkten die Zensunni dieser Erde ein Bruchstück des alten Glanzes, der uns in Geschichtsbüchern und Sagen überliefert wird. Doch auch trotz dieser Erfolge kann die Verbrannten Zone niemals wieder in ihrem ursprünglichen Glanz, gefüllt mit Leben und Vegetation, erstrahlen.“
„Dank der unermüdlichen Forschungsleistungen des Reiches, eröffnet sich uns eine Gelegenheit, die auch unseren Vätern und Vorvätern verwehrt blieb. Die zensunnischen Wissenschaftler erzielten immense Leistungen bei der Fertigstellung des Schiffrumpfes, welcher vor einiger Zeit im verbrannten Staub der Wüste Dust gefunden wurde.“

„Die Zeit des Abschieds von den befreundeten, verbündeten und geschätzten Herrscherinnen, Herrschern und Völkern dieser Erde ist nun herbeigerückt. Die Zensunni werden die zahlreichen freudigen und schmerzhaften Erinnerungen über viele Generationen in Ihren Herzen weitertragen und sich oft an die frohen Stunden zurückerinnern. Mögen die Tage der Zurückbleibenden mit Frieden und Wohlstand gesegnet sein.“

„Aber auch die Zeit der Vorsicht vor Verstrahlungen, radioaktiven Verbrennungen und wütenden Muttantenhorden ist nun vorüber!“
„Heute werden die Zensunni und das Volk der ReS zu einem neuen intergalaktischen Imperium verschmelzen und den Ruhm der Menschheit in den unendlichen Kosmos tragen!“

„Lang lebe das Kaiserreich!“
„Lang lebe die ReS!“
„Ewig lebe das Intergalaktische Imperium!!!“

Als der Kaiser seine Stimme senkte brach das Volk in einen gewaltigen Jubel aus. Überall in der Menge wurden Fahnen mit dem Wappen des Kaiserreichs geschwenkt und farbige Tücher in die Luft geworfen. Auch als der Kaiser nach einigen Minuten des Verharrens eine leichte Verneigung andeutete und sich zum Gehen umwandte stockte der Jubel nicht.

Von der kaiserlichen Garde flankiert und mit General Kindahl an seiner Seite verließ der Kaiser wenige Stunden danach den Palast, um seinen neuen Regierungssitz an Bord des Kolonieschiffes zu beziehen.
Seit der Gründung des Kaiserreiches kehrten die Zensunni, nach genau 14 Tagen und 19 Monaten der zensunnischen Zeitrechnung, der Verbrannten Zone den Rücken, um nach einer neuen unbefleckten Heimat in den Weiten des Alls zu suchen. Seit jenem Tag begann eine neue Zeitrechnung...

[ENDE]

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